Früher
glaubte man, Muskelkater würde durch eine übermäßige
Ansammlung von Milchsäure ausgelöst werden, welche vor allem
bei dem stark anaeroben (ohne Sauerstoff) Intensitätstraining sehr
hohe Werte erreichen kann.. Da der Laktatwert innerhalb von 1-2 Stunden
auf Normalwerte absinkt, der Muskelkater jedoch erst 24 bis 48 Stunden
nach Beendigung einer Belastung einsetzt, muß es logischerweise eine
andere Ursache haben.
Obwohl das Phänomen
Muskelkater nicht eindeutig geklärt ist, nimmt man an, der Muskelkater
entstehe durch durch feinste Mikro-Verletzungen der Muskelfasern. Einen
Einfluß auf das Ausmaß des Muskelkaters scheint die Dehnung
während der ausgeführten Übung zu haben. Hohe Dehnungsbelastungen
bewirken Zerreißungen von Z-Scheiben und Auflösung der Sarkomerstruktur
der einzelnen Fibrillen. Der Schmerz entsteht vermutlich durch Autolyse
zerstörter Faserstrukturen, Ödeme und teilweise auch Entzündungen.
Schlechte |
Koordination
beteiligter Muskelgruppen, vor allem bei der erstmaligen Ausführung
einer Übung ist ebenfalls eine der Ursachen.Bei der exzentrischen
Kontraktion (z.B. beim Bergablauf) bremst der Muskel eine Dehnung durch
äußere Kräfte. Dabei nimmt er mechanische Arbeit auf (negative
Arbeit) und kann die höchsten Kräfte entwickeln, wobei in allen
Strukturen besondere Belastungen auftreten. Eine Mangeldurchblutung als
Ödemfolge könnte den Schmerz verstärken, ebenso wie eine
schmerzbedingte Verspannung. Hinzu kommt, dass Zerfallprodukte des beschädigten
Gewebes zu einer lokalen Reizung und allmählichen Entzündung
führen und so zusätzlich Krämpfe auslösen.
Dafür spricht, dass
leichte konzentrische Arbeit den Muskelkater vorübergehend zum Verschwinden
bringt. Das könnte sowohl an einer verbesserten Durchblutung wie auch
an einer veränderten Innervierung liegen.
<
nach oben |