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Was ist Akupunktur ?
Akupunktur ist eine ganzheitliche Heilmethode, das heißt, nicht die Krankheit, sondern der kranke Mensch mit seinen gestörten Regelmechanismen wird behandelt. 
Die Akupunktur ist in China vor ca. 5000 Jahren entstanden und Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Zusätzlich zur Akupunktur kennt die TCM die Methoden der Moxibustion (Wärmebehandlung), Tai Chi (Gymnastik), Akupressur, Schröpfkopfbehandlung, Pflanzenheilkunde u.a. Sie hat ihre Wurzeln in den naturphilosophischen Betrachtungen des Taoismus (chine- sische Volksreligion, aus der Lehre des Lao-tse erwachsen). 
Nach fernöstlicher Anschauung ist das ganze Universum dualistisch eingeteilt (Weltanschauung des Dualismus, das heißt Zweiheitslehre): zu jedem Teil existiert ein Gegenteil (Tag/Nacht, hell/ dunkel, Mann/Frau usw.). Im Körper gibt es zwei Energiearten: YIN und YANG, die in bestimmten Bahnen, den Meridianen, kreisen. Die dazwischen liegende Spannung wird als QI (Chi) bezeichnet (Lebensenergie, Lebensessenz). Normalerweise besteht ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen YIN und YANG im Organismus. Ist es gestört, können Erkrankungen auftreten. Die Akupunkturpunkte sind wie Perlen auf den Meridianen aufgefädelt, die Meridiane verbinden die Körperoberfläche mit den inneren Organen.Durch Nadeln ausgewählter Punkte auf den Bahnen kann man auf das Energiesystem des Körpers Einfluß nehmen. 
So ist es auch verständlich, daß z.B. durch Stechen eines bestimmten Akupunkturpunktes am Bein der Magen beeinflußt werden kann. 
Aus westlicher Sicht wirkt die Akupunktur
  • schmerzlinderd (Ausschüttung von körpereigenen schmerz- dämpfenden Stoffen) 
  • muskelentspannend 
  • durchblutungsfördernd 
  • regulierend auf das Immunsystem 
  • allgemein vegetativ stabilisierend 
Die Existenz der Akupunkturpunkte konnte mit westlichen Methoden bewiesen werden (Infrarotphotographie, Hautwiderstandsmessungen, histologischer Nachweis von vermehrten Nervenendigungen am Akupunkturpunkt..). 

Wem hilft Akupunktur?
Prinzipiell kann Akupunktur nur bei Gestörtem, nicht Zerstörtem sinnvoll angewendet werden.
Voraussetzung jeder Behandlung ist die genaue Erhebung der Krankengeschichte, eine gründliche ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls Abklärung mit diagnostischen Hilfsmitteln (z.B. Labor, Röntgen usw.).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 1979 eine Liste von über vierzig Erkrankungen veröffentlicht, bei denen Akupunkturbehandlung empfohlen wird. 
Zu diesen gehören u.a.Erkrankungen 
des Bewegungsapparates (Verspannung, rheumatische Schmerzen, Hexenschuß usw.), Kopfschmerzen, Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohrenbereiches (Nasen- nebenhöhlenentzündung, allergischer Schnupfen usw.), Erkrankungen des Atmungstraktes (Bronchitis, Asthma bronchiale), Erkrankungen des Magen- Darmtraktes (Gastritis, Verdauungs- störungen usw.), Erkrankungen des Harn- und Genitaltraktes (Reizblase, Regel- störungen usw.), Hauterkrankungen,
Nervenerkrankungen (Trigeminusneuralgie, Phantomschmerz usw.), Herz-und Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen usw. 

Formen der Akupunktur:
Die bekannteste Nadeltherapie ist die Körperakupunktur. Weiters werden häufig Ohr-(Auriculotherapie), Schädel-, Mund- und Handakupunktur angewendet.
Bei jedem Menschen findet sich eine Projektion des gesamten Organismus auf die Ohrmuschel, die Fußsohle, die Handfläche usw. Im Ohr liegen die Akupunkturpunkte dort, wo die jeweiligen Organe und Körperstellen eines auf dem Kopf stehenden Embryos liegen würden. Ohrakupunktur wird vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates und zur Suchtbehandlung (vor allem Raucherentwöhnung) eingesetzt. Diese setzt jedoch eine Klärung der Motivation des/der betroffenen Patienten/in voraus. Die Akupunktur kann dabei unterstützend eingesetzt werden, das heißt, Entzugserscheinungen werden gemildert beziehungsweise verhindert. Der Therapielaser wird bei Kindern und Erwachsenen mit Angst vor der Nadel eingesetzt. 

Durchführung:
Die Chinesen verwendeten zur Akupunktur Nadeln aus Silber und Gold. Heute kommen sterile Einmalnadeln aus Stahl zur Anwendung.Sie sind circa 0,3 mm dick und 3 bis 5 cm lang. Etwa 8 bis 12 Nadeln werden einige mm in die Haut eingestochen und verbleiben dort 20 bis 30 Minuten.Der/die PatientIn kann dabei eine bequeme liegende oder sitzende Haltung einnehmen. 

Dr. Mathilde MARIACHER 
Praktische Ärztin 
 
 

 

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