Homöopathie
ist eine Methode der Ganzheitsmedizin
1. Es handelt sich
um eine ärztliche
Heilkunst. Homöopathische
Therapie
wird in Österreich
ausschließlich von
Ärzten ausgeübt.
2. mit Arzneien
vorwiegend aus dem
Mineral-, Pflanzen- und
Tierreich
3. welche potenziert,
d.h. verdünnt
und verschüttelt bzw.
verrieben
(dynamisiert, energetisch
verstärkt)
werden.
4. Es wird immer
nur eine Arznei
verordnet, kein "Komplexmittel";
(Komplexmittel sind aus mehreren
potenzierten Arzneien zusammen-
gesetzte Medikamente, die
nicht nach
homöopathischen Prinzipien
sondern
nach "schulmedizinischen"
Diagnosen
verschrieben werden. Diese
Medikamente können wohl wirksam sein, ihre Wirkung ist aber nicht
im Sinne der Homöopathie vorhersehbar, weil ihre Verordnung keine
homöopathische Gesetzmäßigkeiten - Ähnlichkeitsregel
- sondern lediglich Erfahrungswerte zugrunde liegen.)
5. Arzneimittel werden
nach der Ähnlichkeitsregel verordnet. D.h.: Eine Arznei heilt
jene Beschwerden an Kranken, die denen ähnlich sind, welche sie selbst
an gesunden Menschen hervorrufen kann. Das Krankheitsbild, das der Patient
zeigt - in seinem körperlichen aber auch seelisch-geistigen Befinden
- entspricht genau dem Arzneimittelbild.
6. die Arzneien sind
am gesunden Menschen geprüft; für das "Arzneimittelbild" werden
herangezogen: die Symptome der Arzneimittelprüfung (die Symptome,
die der gesunde Mensch bei prüfungsweise eingenommener Arznei entwickelt),
die Symptome aus der Toxikologie (dem Vergiftungsbild), sowie jene Symptome,
die beim erkrankten Patienten geheilt wurden, also gemäß der
praktischen Erfahrung
7. und werden entsprechend
individuell dem Patienten nach einer ausführlichen Anamnese
verabreicht bzw. rezeptiert, unter Berücksichtigung aller körperlichen
- seelisch - geistigen, konstitutionellen, biographischen, sozialen und
umweltbedingten Faktoren
8. es handelt sich
dabei um eine Regulationstherapie; das bedeutet für die Indikationsstellung,
daß alle Erkrankungen und Krankheitsprozesse einer homöopathischen
Therapie zugänglich sind, die in sich regulationsfähige Anteile
tragen. Begründer dieser Heilweise ist Dr. S.F. Hahnemann,
der neben seiner ärztlichen Tätigkeit auch einen hohen Ruf als
Pharmazeut, Chemiker und Übersetzer medizinischer Schriften genoß.
Unter anderem bearbeitete er eine Arzneimittellehre des schottischen Hochschullehrers
für Pharmakologie, William Cullen, der dort behauptet, daß die
gute Wirkung der Chinarinde (Chinin) bei der Behandlung des Wechselfiebers
(Malaria) auf einen "magenstärkenden" Effekt zurückzuführen
sei. Diese Auffassung konnte Hahnemann nicht teilen. In Erinnerung an die
vielen Selbstversuche, die er durchgeführt hatte, um die Unschädlichkeit
verschiedener Arzneien nachzuweisen, erprobte er die Chinarinde am eigenen
gesunden Körper. Die Beobachtungen waren frappierend: Schüttelfrost,
Kälteschauer, Schweiß, Schläfrigkeit, Herzklopfen und Durst
kennzeichneten das Vergiftungsbild (Chinarindenversuch 1790 = "Geburtsstunde
der Homöopathie"), das damit dem Krankheitsbild der Patienten mit
Malaria weitgehend ähnelte.
Hahnemann war auf das "Simileprinzip"
gestoßen (Similia Similibus Curentur = Ähnliches werde durch
Ähnliches geheilt). Dieses Naturprinzip wurde aber auch schon früher
von Hippokrates, Galen und Paracelsus erkannt.
Bevor Hahnemann
seine Lehre "Homöopathie" (Homoion Pathos = ähnlich
Leiden) begründete, vergingen aber weitere sechs
Jahre, in denen er Aufzeichnungen von Vergiftungsfällen
sammelte und viele Arzneien selbst prüfte. Mit 41
Jahren wandte er erstmals Arzneien nach dem Ähnlichkeitsprinzip
an und hatte damit aufsehenerregende Erfolge, u.a. bei
einer Scharlachepidemie mit einem Belladonna- (Tollkirschen)-Extrakt,
sowie bei einer Typhusepidemie in Leipzig 1813, wobei
von 180 Behandelten nur ein Patient verstarb - das in
einer Zeit ohne antibiotische Behandlungsmöglichkeiten!
Damit gelang Hahnemann mit "seiner Medizin" der Durchbruch.
Mit einem Problem hatte
anfangs Hahnemann im Rahmen seiner Therapie zu kämpfen: heftige Reaktionen
gingen häufig der Heilung der Patienten voraus. Also stellte Hahnemann
schrittweise Verdünnungen nach Art der Verdünnungs- reihen her,
wie sie auch heute noch in |
Chemie
oder Mikrobiologie üblich sind, wobei er aber jeder Verdünnung
zur besseren Homogenisierung händisch verschüttelte. Mit diesen
Verdünnungen erzielte er, unabhängig vom Verdünnungsgrad,
einerseits weiterhin Erfolge, bemerkte anderseits jedoch, daß der
mechanische Einfluß intensiven Verschüttelns die arzneiliche
Wirksamkeit sogar steigerte und sprach ab diesem Zeitpunkt von sogenannten
"Potenzen" (lat. potentia = Kraft, Wirksamkeit).
Im Lauf der Zeit experimentierte
Hahnemann mit verschiedensten Potenzen. Schließlich verwendete er
aber praktisch nur die C30 (= Hochpotenz). C (lat. centesima = Einhunderstel),
weil ein Teil Arzneistoff mit 99 Teilen Alkohol-Wassergemisch vermengt
und verschüttelt wird, 30, weil dies 30 mal hintereinander geschieht.
Bei den sog. Potenzen handelt es sich also nicht, wie vielfach behauptet,
um ein spekulatives Postulat, sondern um das Ergebnis aus vielen Beobachtungen
und Versuchen. Was Hahnemann damals nicht wissen konnte, weil dies erst
etwa 20 Jahre nach seinem Tod entdeckt wurde, war die Tatsache, daß
rein statistisch gesehen, in den hohen Verdünnungsstufen keine Moleküle
der Ausgangsubstanzen mehr vorhanden sind (Loschmidtsche Zahl, 1865).
Homöopathie und Wissenschaft
Anhand von kernspintomographischen
Untersuchungen konnte man jedoch tatsächlich Veränderungen einzelner
Potenzen durch das Verschütteln nachweisen. Daneben gibt es mittlerweile
eine Reihe klinischer und experimenteller Studien an Menschen, Tieren,
Pflanzen und Mikroorganismen welche die Wirksamkeit homöopathischer
Arzneien beweisen.
So wurde im renommierten
"Journal of Psychopharmacology" eine tierexperimentelle Arbeit veröffentlicht,
die eindeutig Effekte von Hochpotenzen an Ratten belegt. Einen klaren Wirkungsnachweis
homöopathischer Arzneien erbrachten ebenso die biochemischen Untersuchungen
an Zellkulturen, die seit mehr als 15 Jahren an der Tierärztlichen
Hochschule Hannover unter Prof. Dr. Günther Harisch durchgeführt
wurden.
Interessante Ideen zur Aufklärung
der Wirkung von hochpotenzierten Arzneien kommen auch vom Wiener Univ.-Prof.,
Dipl.Ing., Dr. mult. und Dr. h.c. mult. Viktor Gutmann, (emeritierter)
Ordinarius der Anorganischen Chemie und Mitglied der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften, seitdem er am eigenen Leib die Heilwirkung
einer "mystischen Hochpotenz" erlebte. Gemeinsam mit dem Wiener Internisten
und Homöopathen Dr. Gerhard Resch hat er seine Forschungsergebnisse
in einer Vielzahl chemischer Fachpublikationen veröffentlicht und
das Buch "Wissenschaftliche Grundlagen der Homöopathie" verfaßt.
Weitere Ansätze, die Wirksamkeit der Homöopathie nach modernen
Methoden zu prüfen, gibt es in Deutschland an den Universitäten
Hamburg, Berlin, Heidelberg, Erlangen, Ulm, Freiburg und an der TU München,
aber auch in anderen europäischen Ländern, sowie in der USA.
Eine deutliche Wirkung homöopathischer
Hochpotenzen bewiesen auch drei im "Lancet" veröffentlichte placebokontrollierte
Doppelblindstudien, die am "Royal London Homoeopathic Hospital" und am
"Glasgow Homoeopathic Hospital" 1985, 1986 und 1994 an Heuschnupfenpatienten
durchgeführt wurden. Diese und eine große Zahl weiterer placebokontrollierter
Doppelblindstudien wurden 1997 neuerlich auf deren Aussagefähigkeit
bezüglich Wirksamkeit der homöopathischen Therapie überprüft.
Das Resumee im "Lancet" : Das Ergebnis dieser Metaanalyse ist nicht mit
der Hypothese vereinbar homöopathische Arzneien seien reine Placebos,
an die man glauben müsse damit sie helfen.
Aufsehen erregten auch die
Publikationen von Prof. P. C. Endler vom Ludwig- Boltzmann-Institut für
Homöopathie in Graz, welche im angesehenen amerikanischen FASEB-Journal
veröffentlicht wurden und die Auswirkungen von hochpotenziertem Schilddrüsenhormon
auf die Metamorphose von Kaulquappen im Vergleich zu Placebo dokumentieren.
Eine enge Zusammenarbeit
besteht seit kurzem zwischen der ÖGHM und
Prof. Dr. Herbert Klima,
Biophysiker am Atominstitut der Österreichischen Hochschulen in Wien.
Er möchte mit Methoden der modernen Physik den naturwissenschaftlichen
Nachweis für die homöopathische Wirkungsweise erbringen.
Anerkennung erfuhr die klassische
Homöopathie auch durch die Verteilung des Alternativen Nobelpreises
an den griechischen Arzt und Homöopathen Dr. Georgos Vithovkas im
Herbst 1996 in Stockholm.
Dr. Gerhard Sallaberger
Arzt für Allgemeinmedizin
und diplomierter Homöopath
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