Die
Wirkung der Sauna geht in erster Linie von den Hyperthemie, den Überwärmung
des Körpers, aus.
Sie gibt den Anstoß
für alle weiteren physiologischen Wirkungen. Der Anstieg den Körpertemperatur
bis auf 39 und 40 Grad führt nach den bekannten Temperaturregel von
van't Hoff zu einer Intensivierung den Lebensintensität und damit
einer Steigerung des gesamten Auf- und Abbaustoffwechsels. Zum Teil hängt
die Saunawirkung damit zusammen, dass die saunabedingte Überwärmung
des Körpers eine Vermehrung den Leuko-
zyten im Blut auslöst,
die ein Maß für die Abwehrvorgänge darstellen. Da damit
gleichzeitig die lmmunität verbessert wird, kann die Sauna prophylaktisch
auch bei drohenden kleineren Infekten eingesetzt werden.
Ein ganz besonderer
gesundheitlicher Wert der Sauna gerade heute liegt in ihrer positiven Wirkung
auf Herz und Kreislauf. Sowohl die Ankurbelung des Stoff- wechsels als
auch die wärmebedingte Erweiterung der Hautgefäße führt
zu einem höheren Blutbedarf. Dieser zwingt, ähnlich wie körperliche
Arbeit, das Herz zu Mehrarbeit, die in der Erhöhung des Herzminutenvolumens
besteht. Allerdings wind die Saunawirkung auf den Kreislauf
sehr oft überschätzt,
sodass manche aus Angst vor Überbelastung des Herzens die Sauna meiden.
Viele Vergleichsunter- suchungen haben aber gezeigt, dass ein heißes
Vollbad z.B. eine wesentlich größere Belastung für den
Kreislauf darstellt als die Sauna. Wie unsere eigenen umfangreichen Untersuchungen
ergeben haben, steigt in den Sauna bei einem Ausgangswert von etwa 70 die
Pulskurve langsam an und erreicht nach 10 Minuten durchschnittlich einen
Wert von 100, und nur relativ selten mehr. Das sind aber genau jene Frequenzen,
die das Herz optimal und doch schonend trainieren, was für den bewegungs-
verarmten Menschen von echtem
prophylaktischem Wert ist.
Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang das Training den
Gefäße durch den Wechsel von Erwärmung und Abkühlung.
Es kommt dadurch zu einer Art von Gefäßturnen, das einen günstigen
Einfluß auf verschiedene degenerative Gefäßerkrankungen
haben kann. Gerade beim Großstadtmenschen, den seine Ge-
fäße praktisch
kaum bewegt, kommt es in den verschiedenen Schichten den |
Gefäßwand
zu Ablagerung, z. B. des Cholesterins, das zum Teil durch die Gefäßbewegung
wieder hinaus gepumpt werden kann. Ist diese Pumpwirkung durch Erweiterung
und Verengung den Gefäße nicht da, dann entwickelt sich nach
einiger Zeit ein Ventileffekt, den zwar das Cholesterin hinein, aber nicht
mehr hinaus läßt. Infolge der dadurch gestörten Ernährung
kommt es schließlich zu degenerativen Veränderungen den Arterienwände
im Sinne den Arterio- sklerose. Die Mobilisierung den Gefäße
durch die Sauna ist daher ein nicht unwesentlicher Beitrag zur Vermeidung
von Gefäßer- krankungen. Und wenn die Bronchien aus irgendwelchen
Gründen, z.B. durch eine Allergie oder eine asthmatische Disposition,
verengt sind, ist die Sauna ein einfaches prophylaktisches und therapeutisches
Mittel gegen Reizung und Verschleimung der Atemwege. Die Durchblutungsverbesserung
der Muskulatur bewirkt gleichzeitig eine Verbesserung der Elastizität
der
MuskeIn und damit
eine Steigerung der Beweglichkeit des gesamten Bewegungsapparates. Dadurch
ergeben
sich auch viele prophylaktische
und therapeutische Möglichkeiten bei verschiedenen rheumatischen Zuständen.
Von großer gesundheitlicher
Bedeutung für den Ausscheidungsstoffwechsel und damit die Entschlackung
ist das Schwitzen in der Sauna. Der gesund- heitliche Wert der Sauna
kann sehr gut noch dadurch unterstützt werden,
dass man andere konditionsfördernde
Maßnahmen mit der Sauna verbindet, wie Massage und Hautpflege.
Das bedeutet, dass die Sauna
ein wesentlicher Bestandteil eines modernen Fitness- und Gesundheitservice
ist. Das verlangt allerdings gewisse permanente Aktivitäten und Investitionen
des Menschen, denn Gesundheit ist etwas, das man sich immer wieder neu
erarbeiten muß. Und hierbei kann die Sauna prophylaktisch wie therapeutisch
einen wertvollen Gesundheitsfaktor darstellen. Die Sauna kann, richtig
angewendet dazu beitragen, dass dem Leben des heutigen Menschen nicht nur
Jahre zugefügt werden, sondern in diesen Jahren auch ein gesundes
Leben gewährleistet ist.
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