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Studiotrend: Rope Skipping
"Was ist das denn"? -  Dabei hat das, was da "ganz aktuell“ und mit aller Macht über den Großen Teich schwappt, wohl jeder - wenn auch nicht in der Perfektion - schon einmal gemacht:
das Seilspringen !
Doch das schlichte Hopsen mit dem Hanfseil so wie wir es aus unserer Kindheit kannten, ist out. Es lebe Rope - schließlich wird der Skipper hier angetrieben von fetziger Musik zwischen 130 und 150 Beats pro Minute, wenn er das Seilspringen perfekt kombiniert mit zum Teil sogar schon akrobatischen Einlagen. Speed machen (Seil auf Hochgeschwindigkeit trimmen) - und dann geht es auch schon los mit den atemberaubenden Figuren, mit Saltis und Flickflacks. Nicht genug damit, daß der Zuschauer dem wie ein Wespenschwarm surrenden Seil mit den Auge nicht mehr folgen kann, da werden die Arme auch noch gekreuzt, oder - wie beim Wheel - auch gleich noch das Gerät des Partners mit durch die Lüfte geschwungen.
Auch Wolfgang Westrich aus Selzenberg bei Kaiserslautern hat ganz klein begonnen. Der 47jährige Grundschullehrer ist quasi der "Vater des Rope Skipping“ in Deutschland. 1984 war es: Der eigentliche Hockeyspieler war im Rahmen einer deutsch-amerikanischen Schulpartnerschaft mit dabei, als ein US-Team eine Showdarbietung vorführte - und war auf der Stelle begeistert. Mit einigen Schülern gründete er den Arbeitskreis Rope Skipping.
Die "Rusty Jumpers“, wie man sich fortan nannte, übten und feilten an den Tricks und ließen ihrem Einfallsreichtum freien Lauf. Schon bald hatten die Mädchen, die es auch schon zu Europameister-Ehren schafften, Auftritte bei Galas, in Fernsehshows, und besuchten von den eingenommenen Gagen Workshops in den USA. Wolfgang Westrich - anfangs noch vom Deutschen Turner-Bund verlacht, der heute selbst für das Rope Skipping wirbt und mit dem ZDF-Fernsehgarten sogar einen Weltrekord aufstellen wollte - versuchte darüber hinaus erfolgreich, die gesundheitsfördernde Sportart in den Schulen zu etablieren. Schon bald surrten auf den Pfälzer Schulhöfen in den Pausen die Seile nur so durch die Luft.
Inzwischen wird Rope Skipping in über 3000 deutschen Schulen betrieben. Und: Es ist wohl die erste Sportart, die aus den Schulen heraus auch ihren Weg in die Vereine fand.Als Beispiel gilt das "Nawatobi“, wie der Sport im fernen Osten genannt wird, das in Japan sogar fest im Schullehrplan integriert ist. Auch die Deutsche Herzstiftung hat die Vorteile des Rope Skipping inzwischen erkannt und unterstützt dessen Verbreitung nicht zuletzt wegen der nachweislichen Stärkung von Herz-Kreislauf, Ausdauer, Koordination und Muskeln. 
Die verschiedenen Disziplinen:

Single Rope
Einzelspringen nach Beats-geladener Musik mit Einzel-, Doppel- und Dreifachdurchschlägen sowie z. T. akrobatischen Einlagen, mit oder ohne Spielbeintätigkeit (z.B.Can-Can-Bewegungen).

Wheel
Zwei Aktive springen mit zwei Seilen, wobei jeder jeweils ein Ende des Partner-Seils hält. Hohe Ansprüche an die Koordinationsfähigkeit, da Einstellen auf Schwünge des Partners nötig.

Double Dutch
Zwei große Seile, die von zwei Sportlern geschwungen werden (synchroner Gegenschwung). Darin springen ein oder mehrere Skipper, z. T. auch zusätzlich mit eigenem Seil.

Formation
Gemisch aus oben genannten Disziplinen. Jedem Team ist freigestellt, wie er zu einer Musik die Choreografie gestaltet (synchron oder bunt durcheinander, muß aber zur Musik passen).

Sechs große Rope-"K"
Kooperation
Vor allem beim Double Dutch, aber auch in den anderen Disziplinen sollte man sich auf den/die jeweiligen Partner 100prozentig verlassen können und sich andererseits auch auf ihn/sie einstellen.
Kondition
Mit dem Seilspringen kann die Leistungsfähigkeit entscheidend verbessert werden. Zudem sind die
Übungen mit dem Sprungseil ein ideales Herz- und Kreislauftraining
Koordination
Ganz wichtig beim Rope Skipping. Nicht zuletzt, um das Zusammenwirken von Arm- und Fußtätigkeiten in Einklang zu bringen. Zum Beispiel bei einem Sprung mit zwei Seildurchschlägen.
Konzentration
Je größer diese ist, desto flippger, interessanter werden die Sprünge. Hier können verschiedene Fuß- und Armtricks erfunden, ausprobiert und sogar ganze Sprungfolgen gestaltet werden.
Kreativität
sollte ebenfalls bei einem guten Skipper nicht fehlen. Es ist nicht einfach, die verschiedenen Sprungfolgen bzw. Sprungkombinationen in der Schnelligkeit aneinanderzufügen.
Kompensation
Durch das Springen über und durch das Seil können leicht sportliche Defizite ausgeglichen werden. Mit etwas Geduld stellt sich der persönliche Erfolg - und damit auch Riesenspaß - rasch ein.

Von Dirk Buchardt

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