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Abfälschen
(cheating)
Um das Letzte aus dem Muskel
zu holen, wird nach einem intensiven Satz mit Hilfe von Schwungholen
(zurückbeugen des Oberkörpers, aufbäumen auf der Bank etc.)
oder ähnlichen unkorrekten Bewegungen die ermüdete Muskulatur
unterstützt. Eine Technik, welche nur von weit Fortgeschrittenen benützt
wird. Auf alle Fälle eine bedenkliche Form des Trainings, die sogar
zu Verletzungen in der Muskulatur bzw. in den Gelenken oder der Wirbelsäule
führen kann.
Günstiger
ist die nachfolgende Trainingsmethode...
2 Intensivwiederholungen
(forced reps)
Nach Beendigung der Serie
werden noch 2 - 3 Wiederholungen durchgeführt, wobei der Partner gerade
soviel hilft, dass die Bewegungsausführung noch gelingt (beim Bankdrücken
- mitheben mit etwas Gefühl, beim Latziehen - mitziehen etc.)
Bei einarmigen Bewegungen
kann man selbst, mit der nicht trainierenden Hand, zusätzlich Unterstützung
leisten(z.B. einarmiger Bizepscurl - nach der letzten Wiederholung unterstütze
man durch Druck von unten mit dem Unterarm den hochgehenden Arm mit der
Hantel)
3 Dreifach-Sätze
(tri sets oder giant
sets)
Ähnlich der Supersätze
wird hier jedoch mit Dreifachsätzen mit unterschiedlichen Übungen
gearbeitet, die ohne Pause hintereinander durchgeführt werden.
Zum Beispiel:
1. Bankdrücken
2. Klimmzüge
3. Butterfly-Maschine.
Wichtig dabei ist, dass
die schwierigste Übung zuerst gemacht wird und die leichteren sofort
anschließend.
Dieses Dreifachsatzsystem
kann im “Push-and-Pull” laufen oder aber auch
bei einer Muskelgruppe bleiben
und
diese in unterschiedlichsten
Varia-
tionen bearbeiten.
Als Beispiel:
1. Rudern vorgebeugt mit der Langhantelstange
2. Rudern im Sitzen
3. Einarmiges Rudern
4 Unterbrochene Sätze
(broken sets)
Um einen Muskel über
einen längeren Zeitraum richtig “auszulaugen” kann
man ihn auch mit den sogenannten
“unterbrochenen Sätzen” trainieren.
Wenn Sie z.B. den Bauch
besonders bearbeiten möchten, machen Sie Übungen für die
andere Muskulatur und setzen jeweils zum Abschluß 2 Sätze Bauch
dazu. Wenn Sie so bei einem Training 6-8 Übungen durchgezogen haben
und jeweils zum Schluß den
Bauch hatten, so haben Sie
nach diesen Trainingstag die Bauchmuskulatur mit
16 Sätzen “fertiggemacht“.
Auch eine Möglichkeit Muskelgruppen die Sie ungern trainieren in ihrem
Training aufzu“splitten”, so dass Sie weniger davon merken .
5 Isometrische Spitzenkontraktion
(peak contraction)
Eine Trainingsmethode um
die Kontraktion der Muskulatur am Punkt der Höchst- leisung
noch stärker einzubringen.
Sie versuchen, wenn Sie
die höchste Muskelspannung erreicht haben, zusätzlich noch eine
isometrische Spannung aufzubauen. 1 - 2 Sekunden lang und dann das Gewicht
wieder langsam herablassen. Ein Versuch, eventuell ruhende Muskelfasern
zu-
sätzlich zu rekrutieren.
6 Vorermüdungstraining(pre-exhaustions
training)
Wie bei der Kette, die nur
so stark ist wie ihr schwächste Glied, so ist auch bei mehrmuskeligen
Bewegungen immer ein Muskel der zuerst versagt, unabhängig davon wie
lange der oder die anderen noch arbeiten hätten können. Am Beispiel:
Latziehen. Lange bevor der große Rücken-
muskel versagt ist zumeist
die Hilfs- muskulatur Unterarm (Griff) am Ende.
Um nun in dieser Übung
die Rücken- muskulatur länger belasten und auch ausbelasten zu
können wird die
Vorermüdungsmethode
eingesetzt.
D.h. Sie schalten vor die
mehrgelenkige Übung “Latziehen von oben”, die eingelenkige
Übung - “Pullovermaschine”. Indem Sie nun den großen Rückenmuskel
direkt und fast isoliert ansprechen, wird er vorermüdet und wenn Sie
anschließend zum Latziehen gehen, so ist ihre Unter-n arm-Greifmuskulatur
noch ausgeruht und frisch und wirkt nicht mehr leistungs- limitierend.
Die “Latzug-Hilfen” sind dann
wahrscheinlich nicht mehr
nötig.
7 Schockprinzip
(shock principle)
Um unseren Körper -
der unwahrscheinlich anpassungsfähig ist - nicht an immer gleiche
Übungen und Gewicht gewöhnen zu lassen, setzen die Profis
- hin- und wieder - das Schock-Prinzip ein.
Von Zeit zu Zeit wird dann
mit einem erheblich gesteigerten Gewicht trainiert - oder zumindest versucht
zu trainieren - und die Muskulatur (in erster Linie das Nervensystem) in
Aufruhr gebracht.
Dies gilt dann als angebracht,
wenn man beim Training “steht”. Neben einem stark
erhöhten Gewicht können
natürlich auch Methoden wie “erweiterte Sätze oder ”down the
rack” oder “Negativ- wiederholungen” dieses Schockprinzip
einbringen.
Nur der Reiz, der das “steady
state” stört, schafft auch hier wieder neue Impulse.
8 Abnehmendes Ausbelasten
(stripping principle
oder
down the rack)
Zwei Namen für eine
Trainingsprinzip. Das “stripping” bedeutet, dass Sie - mit einer Langhantel
Bizeps-curls machend - am
Ende Ihres Satzes, wenn
Sie keine |
ganze
Wiederholung mehr schaffen, Unterstützung durch Ihren Trainingspartner
erhalten. Er zieht nämlich links und rechts
eine kleine Scheibe von
Ihrer Langhantel ab. Jetzt schaffen Sie noch 1- 2 Wiederholungen, dann
zieht er wieder Hantelscheiben ab - und Sie schaffen wieder 1-2Wiederholungen.
Und so fort, bis Sie nicht
einmal mehr die Stange hochheben können. Totale Muskelausbelastung
!
Methode 2. “down
the rack”. Das selbe nur mit Kurzhantel beim Hantelständer. Wenn Sie
keine Wiederholung mehr schaffen, die nächstleichteren nehmen usw.
9 Negativ Wiederholungen
(negative repetitions)
Da man bekanntlich in der
nachgebenden (negativen) Phase einer Übung mehr Gewicht bewältigt
bzw. abbremsend bewegen kann, wird diese Eigenschaft des Muskels ausgenützt
um für den Muskel neue Reize zu setzen. Für das Negativ-Training
müssen Sie entweder durch Abfälschen ein höheres Gewicht
hochwuchten oder besser ihr Trainingspartner hilft in der positiven Phase
mit - und dann versuchen Sie das erhöhte Gewicht so langsam wie möglich
herab zu lassen. Eine Methode,
welche die Bänder und Sehnen, aber auch die Muskelstrukturen über
das gewohnte Maß hinaus belasten - nicht ohne Risiko - aber sehr
oft gute Erfolge bringt.
Inzwischen gibt es
bereits Maschinen, die, entweder mechanisch oder mit Computerunterstützung,
diese erhöhte Negativbelastung ohne Partnerhilfe ermöglichen.10
Progressive Intervalle
Ähnlich den Intensivwiederholungen
wird hier versucht, nach dem normalen Satz noch zusätzliche Wiederholungen
heraus zu holen. Man legt das Gewicht nicht ab, sondern ruht einige Sekunden
und
versucht dann noch 2-3 Wiederholungen
und dann nochmals. So versucht man die Muskelermüdung zu forcieren
und zwingt damit den Muskel alle eventuell noch nicht rekrutierten Fasern
einzubeziehen.
11 Teilbewegungen
(burns oder partials)
Wenn der Muskel für
ganze Wieder- holungen zu müde ist, kann man versuchen, Teilbewegungen
durchzu- führen. Wenn Sie - am Beinstrecker - keine komplette Streckung
mehr schaffen, versuchen Sie zumindest noch halbe Wiederholungen und dann
vielleicht auch davon noch die Hälfte. Am Schluß sollte keine
Bewegung mehr möglich sein.
12 Instinkt-Training
(instinct principle)
Eine Methode für langjährig
Trainierende ist das Instinkt-Prinzip.
Sie kennen Ihren Körper,
können ihn gut einschätzen und wissen wie Sie z.B. heute “drauf”
sind. Und richten danach Ihr Training aus. Das kann in der Änderung
der Reihenfolge der Übungen sein, in der Härte der Ausbelastung
liegen, kann Veränderung an der Geschwindigkeit der Ausführungen
bedeuten, vielleicht auch wird die Anzahl der Wiederholungen ver-
ändert. Das bedeutet,
nicht verändern um jeden Preis und ist auch kein planloses trainieren,
sondern ein Spiel mit Gefühl, Empfinden und Wissen.
Da jeder Körper
seinen eigenen Rhythmus hat, ist es sicher nicht falsch, wenn man darauf
reagiert und sein Training auf diese Zyklen Rücksicht nimmt.
13 Eineinhalb Methode
und Dreiteilige Sätze (partial sets)
Bei der 1 1/2
-Methode wird einen Satz lang immer eine Wiederholung ganz und dann die
nächste wieder halb ausgeführt, bis der Satz zu Ende ist. Eine
weitere Spielform des Teil-Trainings ist auch Dreiteilen von Sätzen,
richtiger wäre die Bezeichnung von dreiteiligen Bewegungs- aus führungen.
Am Beispiel Bizeps-Curls:
Sie machen die erste Serie in der unteren Hälfte des Curls, den zweiten
Satz in der oberen Hälfte und den dritten in gewohnter Form über
die ganze Bewegungsamplitude. Wie viele Wiederholungen Sie pro Satz machen
liegt bei Ihnen - vielfach
wird in 7er-Teilen
gearbeitet, weshalb die Methode auch den Namen “21” (3 x 7 Whg.) erhalten
hat.
14 100-er Sätze
(100 reps sets)
Eine Methode die anfangs
der 90er-Jahre durch die Fachzeitschriften geisterte und sicherlich von
vielen ausprobiert wurde. Ein entsprechendes Gewicht wird ohne Pause 100
x hintereinander bewältigt. Das diese Trainingsform bereits in der
Kurzzeitausdauer liegt, müßte hinter-
fragt werden welchen Zweck
sie hat. Für Fettabbau zu kurz, für Kraftausdauer zu niedrige
Belastung, für’s Bodystyling zuwenig Spannung in der Muskulatur. Mich
hat sie an Callanetics erinnert - vielleicht für die Durchblutung...(im
Gehirn)
15 Das holistische System
(Hatfield-system)
Bei dieser Methode
wird versucht, alle Bestandteile der Zelle anzusprechen. Sei es die Glykogenspeicherung
oder
die Mitochondrien oder die
Kapillar- isierung, um nur einige zu nennen -
mit 3 x 2 Sätzen und
Wiederholungs- zahlen von 6, 12 und 24 hat Dr.Hatfield - ein US-amerikanischer
Kraftsportler
(Mr.Squat - Mr. Kniebeuge)
ein System ins Rennen gebracht, welches sowohl die Kraftkomponente (6 max.
mögliche Whg.) als auch die Hypertrophiekomponente (12 max. mögliche
Whg.) wie auch den Kraftausdauer-Reiz (24 max. mögliche Whg.) in einem
Training abdecken soll.
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