Man kann heute mit den wissenschaftlichen
Erkenntnissen und der modernen Ernährungs- forschung die Cellulite
einigermaßen in den Griff bekommen. Doch sollte man sich erst Klarheit
verschaffen, wodurch Cellulite entsteht, warum in erster Linie Frauen davon
betroffen sind, dann erst versteht man die Möglichkeiten der effizienten
Bekämpfung.
Was ist Cellulite ?
Grundsätzlich muß
man wissen, Cellulite ist
keine Krankheit, sondern
vor allem ein kosmetisches Problem unserer Schönheitsideale.
Zunächst, was ist Cellulite
? Ganz einfach. Es handelt sich um Fettzellen. Im normalen unaufge-
blähten Zustand sind
diese Zellen ca. 0,1- 0,2mm im Durchmesser. Im 3. und letzten Stadium haben
sich diese Zellen bis zum 10-fachen vergrößert. In diesen Fettzellen
werden Fett, Proteine und andere Zellbestandteile abgespeichert.
Die Voraussetzung für
die Möglichkeit dieses Größenwachstums ist hormonell gegeben.
Bei den
Menschen, wie auch bei allen
Wirbeltieren werden Fettzellen, Blutgefäße usw. durch kollagene
und
elastine Fasern zusammengehalten.
Bei Kindern und den meisten Männern ist das Bindegewebe aber so engmaschig
vernetzt, daß ein Anschwellen der Fettzellen über Gebühr
gar nicht erst möglich ist.Anders bei den Frauen. Spätestens
mit dem Einsetzen der Pubertät wird die Produktion der weiblichen
Geschlechtshormone, in der Hauptsache Östrogene und Gestragene verstärkt.
Es beginnt die Möglichkeit
einer Schwangerschaft. Tritt dieser Fall ein, muß sich das Gewebe,
vor allem der Bauchdecke, sehr schnell weiten können. Die Natur hat
für diesen Fall vorgesorgt und statt des engmaschigen vernetzten Gewebes,
wie es Kinder oder Männer haben, bauen die weiblichen Hormone eine
vertikale Strukturierung ein, das sogenannte längsgestreifte Bindegewebe,
welches ohne Probleme eine schnelleintretende Dehnung zuläßt.
Die Veränderung des Bindegewebes bleibt in den seltensten Fällen
auf die Bauchdecke allein beschränkt ! Gut sichtbar wird die Cellulite
dann, wenn sich bei scharfem Seitenlicht die jeweilige Körperpartie
(Oberschenkel, Gesäß, Bauch) erste Schatten zeigen, ohne daß
die Haut zusammenge- schoben wird. Wenn ein junges Mädchen oder Frau
an den Außenseiten ihrer Oberschenkel dieses Stadium erreicht hat,
sollte auch die Haut oberhalb der Sitzmuskulatur untersucht werden.
Das letzte Stadium eines
Ausbreitungsbereiches liegt vor, wenn das Orangenhaut-Phänomen in
jedem Licht, mit bloßem Auge gut erkennbar ist.
In diesem Fall hat sich
die Cellulite in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle schon ausgebreitet.
Wenn also die Oberschenkel- außenseiten das letzte Stadium erreicht
haben, sind häufig auch Gesäß, Bauch und Innenseiten der
Oberschenkel betroffen.
Was ist das Lymphsystem
?
Unsere Haut ist ein Organ
das wichtige Funktionen erfüllt: Sie hält die Körpertemperatur
konstant,
indem sie z.B. mit Speicherzellen
und Hautanhangsgebilden, Kälte und mit einem diffizilen Wasserhaushalt,
Hitze von außen abwehrt.
Darüber hinaus bildet
sie einen Schutzmantel gegen Druck und Schmutz. Um diese Aufgaben
zu erfüllen braucht das Bindegewebe Energie; es muß ständig
mit Nährstoffen versorgt werden. Hierfür ist im wesentlichen
das Blutgefäßystem zuständig.
Mit jedem Herzschlag wird
Blut durch den Körper in das Gewebe gepumpt. Das Blut nimmt in der
Lunge Sauerstoff, im Magen/Darmtrakt und den anderen Organen Nährstoffe
auf und transportiert diese in das Hautgewebe. Solange das Herz den Blutkreislauf
in Gang hält und wir Nahrung und Sauerstoff aufnehmen, solange funktionieren
wir. Wie aber steht es mit der Entsorgung ?
Die Stickstoffe und den
größten Teil der "Schlackenstoffe" werden zwar vom venösen
System übernommen und zu den Filterorganen zurücktransportiert,
wo sie dann über Lunge, Niere, Darm und Blase wieder ausgeschieden
werden. Ein nicht unbedeutender Teil, in der Hauptsache einige Fette und
Proteine verbleiben zunächst noch im Gewebe wo sie allerdings nicht
hingehören. Genau hier springt nun unser zweites Entsorgungssystem,
das Lymphsystem ein und entsorgt den Rest. Allerdings gibt es auch hier
leider einen Haken ! Ähnlich wie das venöse System, benötigt
das Lymphsystem die Bewegungen der umliegenden Muskulatur, um durch dessen
Kompression und Dehnung gepumpt zu werden.
Wenn nun nicht genügend
Muskelbewegungen stattfinden, wird das Lymphsystem träge und es
stauen sich in den Geweben
Schlackenstoffe.
Diese Schlackenstoffe, Fettablagerungen,
formen sich zu ganzen Anhäufungen und es entsteht das, was man Cellulite
nennt.
Was man dagegen tun kann
?
Zunächst: Die Behandlung
der Cellulite ist ein ganzheitliches Problem !
In erster Linie vermeidet man
übergewichtig zu werden, denn je mehr Fett der Körper ansammelt,
desto stärker werden
die Lymphen belastet. Die richtige Bilanz von Energieverbrauch und Energieaufnahme
ist auf Dauer der einzig erfolgbringende Weg.
In zweiter Linie sollte
regelmäßigst für intensive körperliche Bewegungstraining
gesorgt werden,
weil dadurch das träge
Lymphsystem stark aktiviert wird und so schnell eine Verbesserung der Cellulite
erzielt wird. Spezielle
aktive Fitnessübungen an modernen Geräten sowie intensive Gymnastik-
einheiten von mindestens 30-45 Minuten Dauer verbessern die Durchblutung
und den Abtransport der Fett- und Schlackenstoffe im Gewebe. Eine beispielsweise
geradezu ideale Aktivierung der Lymphe stellt das "Rebounding"-Training
dar (Trainingsform auf Minitrampolinen). Bereits nach wenigen Wochen gezieltem
Training, sind optische Verbesserungen deutlich erkennbar. Allerdings gilt
auch hier: nur bei dauernden und regelmäßigen Trainingseinheiten
bleiben Erfolge auch von Dauer.
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